Übung mit der Ölsperre auf dem Main

Kitzingen, 25.04.2015

Der Main ist derzeit wegen Revisionsarbeiten an den Schleusen für die Berufsschifffahrt gesperrt. Diese Gelegenheit nutzte das Technische Hilfswerk (THW) Kitzingen am vergangenen Samstag zu einer umfangreichen Ausbildung. An einer der breitesten Stelle des Flusses, zwischen der alten Mainbrücke und der Konrad-Adenauer-Brücke in Kitzingen, übten rund 20 THW-Helferinnen und -Helfer das Einbringen der landkreiseigenen Ölsperre.
Unter der Leitung von Gruppenführer Massimo Carlone wurden von den 300 Metern Ölsperre, die insgesamt zur Verfügung stehen, 270 Meter benötigt, um den Main in seiner vollen Breite abzusperren. Hierbei wurden unterschiedliche Varianten, bei denen der Festpunkt am jenseitigen Ufer an verschiedenen Stellen errichtet, sowie die Länge der Sperre variiert wurde, geübt. Die so gewonnenen Erkenntnisse wurden in den Einsatzunterlagen für einen möglichen Ernstfall festgehalten.

Eingezogen wurde die Sperre mit dem MZB90, dem Mehrzweckarbeitsboot des Landkreises Kitzingen. Das beim Kitzinger THW stationierte Boot wird von einem Innenbordmotor mit einer Leistung von rund 220 PS angetrieben. Des Weiteren war das Mehrzweckarbeitsboot der Fachgruppe Wassergefahren eingesetzt, mit dessen Hilfe das Greifzugseil des jenseitigen Festpunktes an der Ölsperre befestigt wurde, sowie das Schlauchboot

Die Ölsperre des Landkreis Kitzingen ist auf einem Anhänger verlastet, der im Kreisbauhof untergebracht ist. Sie wird im Bedarfsfall von den Helferinnen und Helfern des THW Kitzingen bedient und kommt bei Gewässerverunreinigungen, insbesondere verursacht durch Öl, zum Einsatz. Es handelt sich um eine Kunststoffbahn, bestehend aus Teilstücken zu je 5, 10 oder 20 Metern Länge, die miteinander verbunden werden können. So kann die benötigte Länge je nach örtlicher Begebenheit angepasst werden. Nach dem Einbringen stellt sich die Barriere senkrecht ins Wasser und schwimmt zu ca. 2/3 unter und 1/3 über der Wasseroberfläche. Auf dem Wasser schwimmendes Öl wird so daran gehindert, weiterzufließen. Im Ernstfall kann das Öl dann mit Hilfe von weiterem Gerät, welches bei den Feuerwehren in Kitzingen und Volkach stationiert ist, aus dem Gewässer entfernt und entsorgt werden.

Der letzte Ernstfall, bei dem die Ölsperre zum Einsatz kam, ereignete sich im November 2014. Bei Abpump-Arbeiten eines leckgeschlagenen Schubleichters in einer Bucht bei Marktsteft war das abgepumpte Wasser mit Betriebsstoffen versetzt. Mit Hilfe der Ölsperre wurde die Bucht zum Main hin abgesperrt, sodass eine weitere Ausbreitung der Verschmutzung verhindert werden konnte.

Kurz vor Weihnachten 2010 musste die Ölsperre bei der Havarie eines Öltankschiffs in und unterhalb der Schleuse in Hohenfeld bei Kitzingen eingesetzt werden. Aus dem leckgeschlagene Tanker sind damals mehr als 9000 Liter Heizöl ausgelaufen, die von den Helfern des THW und der Feuerwehr in einem fast achtstündigen Einsatz aufgefangen wurden.