Zugtrupp-Übung des Regionalbereichs Karlstadt

Miltenberg/Kitzingen, 29.09.2018

Sieben Zugtrupps aus dem THW-Regionalbereich Karlstadt trafen sich zu einer großangelegten Zugtrupp-Übung und absolvierten 14 Planübungen binnen 24 Stunden. Schwerpunkte waren das Kennenlernen der Zugtrupps aus dem Regionalbereich, das Führen von Lagekarten und der Kräfteübersichten, sowie die Kommunikation über Funk und der Dokumentation des Einsatzes.

Die Zugtrupps aus Aschaffenburg, Alzenau, Karlstadt, Kitzingen, Lohr und Marktheidenfeld, wie auch Miltenberg, die eine gesamte Stärke von ca. 50 Personen aufwiesen, trafen sich für die Übungen auf dem Gelände des Ortsverbands Miltenberg.
Der Zugtrupp aus Miltenberg, unter der Leitung von Zugführer Thomas Frieß hatte die Übung ausgearbeitet und fungierte als Übungsleitung und Gegenstelle zu den Übenden am Funk.

Grundlage war ein fiktives flächendeckendes Unwetterereignis mit massiven, noch anhaltenden Niederschlägen mit ansteigenden Mainpegeln im Bereich des Süd-Spessarts – eine Katastrophenlage wie sie jederzeit eintreten kann – auf deren Basis sich Ausgangslagen ableiteten.

Von Freitagabend bis Samstagnachmittag übten die Zugtrupps.
Zu Beginn der Übung stellte Zugführer Thomas Frieß, in Kooperation mit dem

Ortsbeauftragten Stefan Wolf die »Kalte Lage« vor, via einer hierfür vorbereiteten Videoreportage und des Lageberichts. Auf dieser Grundlage richteten die Zugtrupps sich ein.
Aufgabe im Einsatzfall des Zugtrupps ist es mehrere Einheiten zu führen. Dabei fungiert er als Schnittstelle zur Einsatzleitung der anfordernden Behörde (von dieser er seine Anweisungen erhält), trifft taktische Entscheidungen und erteilt Aufträge an die unterstellten Einheiten.

Ziel der Übungsszenarien war es die Lage, den Personal- und Materialeinsatz, sowie die Logistik verständlich und übersichtlich zu verfolgen, zur Gewährleistung einer reibungslosen Koordination. Auf deren Basis der weitere Einsatzverlauf geplant und umgesetzt werden kann. Der Einsatzfortschritt wurde durch regelmäßige Meldungen an die übergeordnete Führungsebene weitergegeben. Neben diesen Aufgaben gehörte auch die Dokumentation des Einsatzes und der Entscheidungen in einem Einsatztagebuch.

Das gesamte Spektrum dieser Aufgabe wurde in aufeinander folgenden Einspielungen mit komplexer Ausgangssituation beübt und untermauert. Am Ende der Übung stand der Lagevortrag, der dazu dient, über die aktuelle Lage zu informieren, welche in einem realen Einsatz essenziell ist. Die Übung endete mit einer Nachbesprechung und dem Feedback der Teilnehmer, diese sich durchweg vom Übungsablauf begeistert zeigten.

Andreas Herold von der Regionalstelle Karlstadt, welcher die Übung begleitete, dankte herzlichst dem Ortsverband Miltenberg für die Austragung und die qualitativ sehr gut vorbereitete und anspruchsvolle Übung, sowie für die hervorragende Verpflegung.

Verfasser: Wolfgang Bohlender, Ortsverband Miltenberg


[Einsatz] Unterstützung nach Sturm Fabienne


Datum: 23.09.2018 /Zeit: 18:24
Ort: Stadtelschwarzach
Dauer: 5 h
Eingesetzte Kräfte: 3/5/17=25
Eingesetze Fahrzeuge: •MTW Ztr •GKW II •THV •MTW OV

Stadelschwarzach, 23.09.2018

Das Sturmtief “Fabienne” hat unter anderem im Landkreis Kitzingen schwere Spuren der Verwüstung hinterlassen.
Der THW Fachberater wurde zur Unterstützung nach Stadelschwarzach gerufen. Hier wurde das komplette Spitzbach des Kirchturms weggerissen und mehrere Dächer beschädigt.

Zur Unterstützung der Feuerwehr Einsatzkräfte vor Ort wurde mit Abstimmung der Einsatzleitung Vollalarm für das THW Kitzingen ausgelöst.

Die Rund 25 Helfer waren bis kurz vor Mitternacht im Einsatz. Es wurden mehrere Gebäude nach Beschädigungen untersucht, Dächer geschlossen und Teile der Ortschaft abgesperrt.


Ausbildung in Kläranlage

Kitzingen, 22.09.2018

Die Städtische Kläranlage Kitzingen hatte sich Zugführer Michael Hack ausgesucht, um dort am vergangen Samstag eine Ausbildung für die Helferinnen und Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) Kitzingen durchzuführen. Unterstützt von Felix Engelmann, dem stellvertretenden Leiter des Klärwerks, hatte Hack vier Ausbildungsstationen vorbereitet.

Zunächst wurden die THW’ler von Klärwerksleiter Jürgen Orth begrüßt, der ihnen die Funktionsweise der Kläranlage erklärte.

Anschließend wartete auch gleich die erste und an diesem Tag spektakulärste Aufgabe auf die Hilfskräfte. Eine „verletzte“ Person, dargestellt von einer lebensgroßen Übungspuppe, musste aus einem rund 12 Meter tiefen und relativ engen Schacht gerettet werden. In den zunächst über dem Schacht errichteten Dreibock wurde hierzu das „Rollgliss“, ein Auf- und Abseilgerät, eingehängt, mit dem die Person nach oben geholt werden konnte.

Parallel dazu machten sich einige Helfer daran, den Keller im Hauptgebäude nach Vermissten abzusuchen, was durch die hier herrschende Dunkelheit und die Größe des Kellers erschwert wurde. Die Personen wurden schließlich gefunden und mussten nun gerettet und aus dem Gebäude transportiert werden.

Die Hebekissen waren das Einsatzmittel der Wahl bei der dritten Ausbildungsstation. Mit diesen relativ flachen Kissen, die nach ihrer Positionierung mit Druckluft aufgeblasen und so schwere Lasten angehoben werden können, wurde ein Container angehoben, um eine darunter eingeklemmte Person zu befreien.

Zu guter Letzt errichteten die Helferinnen und Helfer des Kitzinger THW noch eine Seilbahn, mit deren Hilfe Personen sehr schonend aus Höhen gerettet werden können.

Nach dem lehrreichen und spannenden Ausbildungssamstag, den es in Kitzingen viermal im Jahr neben den wöchentlichen Ausbildungen am Dienstag Abend gibt, sind die THW’ler ein Stück besser für einen möglichen Einsatz gerüstet und können schnelle und effektive Hilfe leisten.